Was hat Hartz IV mit Programmierung zu tun?
Es ist ein Paradebeispiel für schlechtes Softwaredesign. Und eigentlich kommt der Thread schon ein halbes Jahr zu spät. Aber aus aktuellem Anlass habe ich ihn mal erstellt.
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Nach einer Reihe von Problemen hat die Bundesagentur für Arbeit die webbasierte Software A2LL am heutigen Donnerstagvormittag herunterfahren müssen. Bis auf Weiteres sei das Dialogverfahren gesperrt, heißt es aus Nürnberg. Möglicherweise könne die Software am Freitag wieder verfügbar sein. Damit kann es zur Verzögerung bei der zur Auszahlung von Leistungen für die Bezieher von Arbeitslosengeld II (ALG II) für den Januar 2007 kommen.
A2LL ist eine Webanwendung, welche die Erfassung und Verwaltung von finanziellen Leistungen für Empfängern des „Arbeitslosengeldes II“ ermöglichen soll. Der Name erklärt sich aus einem Ziel des Hartz-Konzepts, die vorherigen Leistungen Arbeitslosenhilfe und Hilfe zum Lebensunterhalt („Sozialhilfe“) zusammen zu legen. A2LL ist europaweit eine der größten E-Government-Lösungen.
A2LL wurde anfangs von den Firmen T-Systems und PROSOZ Herten mit einem Personalaufwand von 30 Programmierern in Herten erstellt und fortentwickelt. Die Firma PROSOZ Herten ist Anfang Mai 2005 aus dem Geschäft ausgestiegen.
Nach über sechs Monaten Echtbetrieb in den Arbeitsgemeinschaften (ARGEn), die für die Bewilligung der Leistungen nach SGB II zuständig sind, waren im Juni 2005 wesentliche Funktionen der Software noch nicht verfügbar. Es konnten zum damaligen Zeitpunkt z.B. überzahlte Leistungen nicht direkt im Programm verrechnet werden und die einzelnen Sachbearbeiter waren gezwungen, zur korrekten Abwicklung eines Leistungsfalles komplexe „Umgehungslösungen“ zu verwenden.
Und nun schaut euch mal die fast 50 Themen bei heise dazu an: