Hallo,
Klingt ja irgendwie lustig - 7 Leute quer verstreut mit 2 die kein Wort Englisch können. Aber gut man kann es sich nicht immer aussuchen und man muss versuchen das beste draus zu machen.
Erst die schlechte Nachricht: Ein ausgewachsener Issuetracker ist viel zu dick für euch. Der erzeugt viel zu viel organisatorischen Overhead und ich kann dir jetzt schon versprechen, dass er oft umgangen wird. Ihr seid ein dezentrales Team, mit Leuten die chaotisches Arbeiten gewohnt sind. Wenn mal was ansteht, wird sicher nicht erst an großes Ticket aufgemacht.
Jetzt die gute Nachricht: Das brauchst du auch nicht umbedingt. Nimm ein Wiki (z.B. mediawiki), in diesem pflegst du die Doku und eine Todo-Liste. Ich nehm jetzt mal das Wording aus Scrum und nenn diese "Todo-Liste" Product Backlog. In dieser Liste stehen die offenen Themen wie anstehenden Features und offenen Bugs. Für das Product Backlog bist du verantwortlich, du pflegst es, priorisierst es und hakst ab was gemacht ist. Für die Abarbeitung empfehle ich dir ein Kanban-Board. Kanban ist ein relativ junger Trend in der IT und momentan in aller Munde. Kanban kennt nur zwei Prinzipien: Visualisiere deine Arbeit und begrenze die Punkte die parallel in Arbeit sind.
Dir jetzt hier Kanban vollständig zu erklären geht sicher zu weit, daher werd ich dir am Schluss ein paar Links anhängen und hier nur ganz schnell oberflächlich die Grundsätze erklären.
Normalerweise nimmt man ein großes Whiteboard und zeichnen in Form von Spalten die einzelnen Schritte auf, die gemacht werden müssen, damit ein Punkt abgearbeitet werden kann. Diese Schritte werden vom Team zusammen besprochen und sehen individuell anders aus. Klassische Schritte sind "Analyse", "Design", "Implementierung", "Test", "Fertig". Aber wie gesagt, das kann für jedes Team anders aussehen.
Jede Spalte bekommt einen Wert, der beschreibt, wieviele Punkte sich gleichzeitig in diesem Schritt befinden dürfen. Die erste Spalte wird von dir mit den Punkten aus dem Product Backlog gefüllt, auch hier gilt: es gibt eine maximale Anzahl von Punkten. Ein Entwickler nimmt sich aus dieser Spalte einen Punkt und zieht ihn in die zweite Spalte und macht alles, damit dieser Schritt als "fertig" gilt. Was fertig bedeutet legt für jeden Schritt das Team zuerst fest. Das ein Punkt fertig ist, wird auch irgendwie kenntlich gemacht. Jetzt kann dieser Punkt in die nächste Spalte gezogen werden. Befinden sich in dieser Spalte schon die maximale Anzahl an Punkten ergibt sich ein Stau und dieser muss erst einmal aufgelöst werden, bevor es weiter geht. Das kann bedeuten, dass die Leute sich erstmal helfen müssen um einen Punkt abzuarbeiten. Wichtig ist, dass sich dann überlegt werden muss, wieso dieser Stau zu Stande kam. Vielleicht hat die Reihenfolge nicht gestimmt und es fehlte irgendeine Vorraussetzung damit der Punkt erledigt werden konnte oder der Punkt war zu ungenau oder zu groß und hätte nochmal unterteilt werden müssen.
Es gibt einige Programme, die so ein virtuelles Whiteboard darstellen, dazu findest du auch einiges in der Linkliste:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kanban_in_der_IT
http://it-agile.de/kanban.html
http://www.limitedwipsociety.org/
Für Software:
http://www.limitedwipsociety.org/resources/tools/
Meine Empfelung: Verbürokratisiere deine Softwareentwicklung nicht mehr als nötig, sonst machts keinen Spass mehr.
Bei Fragen gilt fragen

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